17 Juni 2007

Völker, hört die Signale! - People, listen to the music!

Nun hat sich die die PDS also in "Die Linke" umbenannt. Welch herausragender Moment der Parteiengeschichte! Endlich wieder eine Partei, die uns die Welt und den Menschen erklärt! Endlich wieder so herausragende Politiker wie Oskar Lafontaine auf der Showbühne!

Diese Partei wird nie regieren. Und wenn sie es tut, wird sie nach kurzer Zeit das Handtuch werfen. Denn ohne einen autoritären Staat, der die Freiheit des Einzelnen unverhältnismäßig beschneidet, können diese Theoriegläubigen ihre verqueren Ziele nicht umsetzen.

Dass die Verknüpfung "links" und "autoritär" nahe liegt, sieht wohl auch Gregor Gysi. In seiner Eröffnungsrede sah er sich dazu bemüßigt, ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass für "Die Linke" ein autoritärer Sozialismus "nie wieder" in Frage komme. Man beachte: Nie "wieder" - ist ja auch beschissen gelaufen beim ersten Mal.

Man könnte an dieser Stelle vieles zu dieser Partei und ihrem Programm sagen. Man könnte auch die Parteitagsreden im Einzelnen kritisch hinterfragen. Der Blog begnügt sich aber mit der Wiedergabe eines Teils der Eröffnungsrede Gregor Gysis. Es ist wohl der fröhlichste, der heiterste, der originellste, modernste und skurrilste Ausschnitt einer insgesamt typischen Gysi-Rede. Ladies and Gentlemen, please listen now to the ultimate Grußwort:

"Zunächst begrüße ich wirklich mit besonderer Freude den Vorsitzenden der Partei der Europäischen Linken und Parlamentspräsidenten in Italien Fausto Bertinotti. Ich begrüße den Vorsitzenden der Konföderalen Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke im Europäischen Parlament Francis Wurtz.

Zu unserem heutigen Gründungsparteitag begrüßen wir weiterhin Vertreter von folgenden Parteien: [!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!]

die Awami-Liga aus Bangladesh
die Une Autre Guche aus Belgien
die Belorussische Partei der Kommunisten
die Bewegung für den Sozialismus aus Bolivien
die Partei der Werktätigen Brasilien
die Kommunistische Partei von Brasilien
die Grüne Partei Bulgariens
die Kommunistische Partei Chiles
die Kommunistische Partei Chinas
die Rot-Grüne Einheitsliste Dänemarks
die Sozialistische Volkspartei Dänemarks
die Partei der Europäischen Linken mit weiteren Mitgliedern neben ihrem Vorsitzenden
der Linksbund aus Finnland
die Kommunistische Partei Finnlands
die Französische Kommunistische Partei
die Kommunistisch-Revolutionäre Liga Frankreichs
die Assoziation für eine soziale Republik aus Frankreich
die Sozialistische Partei Frankreichs
und die Ko-Direktorin von "Regards" aus Frankreichs
SYNASPISMOS aus Griechenland
die Kommunistische Partei Griechenlands
die Kommunistische Bewegung für Soziales und Ökologie aus Griechenland
die Kommunistische Partei Britanniens
die Gruppe für sozialistisches Handeln in der Labour-Partei
die Revolutionäre Einheit Guatemalas
die Kommunistische Partei Indiens
PAPERNAS, die Einheitspartei für die nationale Befreiung Indonesiens
die Tudeh-Partei aus Iran
die Volksfedayan aus Iran
die Irakische Kommunistische Partei
Sinn Féin aus Irland
die Links-Grüne Allianz aus Island
die Kommunistische Partei Israels
die Meretz-Yachad aus Israel
Rifondazione Communista aus Italien
die Partei der Italienischen Kommunisten
den Gewerkschaftsbund Italiens
die Japanische Kommunistische Partei
die Kommunistische Partei Kubas
die Libanesische Kommunistische Partei
Déi Lénk aus Luxemburg
die Partei der Demokratischen Revolution aus Mexiko
die Sozialistische Partei aus den Niederlanden
die Sozialistische Linkspartei aus Norwegen
die Kommunistische Partei Österreichs
die Palästinensische Volkspartei
die Polnische Sozialistische Partei
die Polnische Sozialdemokratie
die Sozialistische Jugend Polens
den Linksblock aus Portugal
die Kommunistische Partei Portugals
die Kommunistische Partei der Russischen Föderation
die Linkspartei aus Schweden
die Partei der Unabhängigkeit und Arbeit aus Senegal
die Kommunistische Partei der Slowakei
die Kommunistische Partei Spaniens
die Vereinte Linke aus Spanien
die Vereinte Alternative Linke aus Katalonien in Spanien
die Kommunistischer Partei Kataloniens
den Afrikanischen Nationalkongress aus Südafrika
die Südafrikanische Kommunistische Partei
die Syrische Kommunistische Partei
die Kommunistische Partei Böhmens und Mährens aus der Tschechischen Republik
die Partei des Demokratischen Sozialismus aus der Tschechischen Republik
die DTP aus der Türkei
die Kommunistische Partei der Ukraine
Frente Amplio aus Uruguay
Vertreter des Korrespondenzkomitees für Demokratie und Sozialismus aus den Vereinten Staaten von Amerika
die Kommunistische Partei Vietnams
Polisario aus Westsahara
und AKEL aus Zypern.
"

Ein solch wirkungsvolles Begrüßungswort hörten wir zuletzt von H.P. Baxxter in dem Scooter-Song "Hyper Hyper". Ohnehin liegt der Verdacht nahe, dass sich Gysi von diesem Text und dem Aufbau des Songs inspirieren ließ. Bei genauerer Betrachtung offenbaren sich noch weitere Parallelen:

"[...] Come on! This is Scooter!

We want to sing a big shout to US, and to all ravers in the world!
...and to Westbam,
Marusha,
Steve Mason,
The Mystic Man,
DJ Dick, Carl Cox,
The Hooligan,
Cosmic,
Kid Paul,
Dag,
Mike VanDike,
Jens Lissat,
Lenny D.,
Sven Vath,
Mark Spoon,
Marco Zaffarano,
... Hell, Paul Elstac,
Hyper Mate Galic,
Roland Casper,
Sylvie,
Miss Djax,
Jens Mahlstedt,
Tanith, Laurent Garnier,
Special,
Pascal F.E.O.S.,
Gary D.,
Scotty,
Gizmo,
... and to all DJs all over the World!!

Keep the Vibes...
Hyper! Hyper!
Hyper! Hyper!
Hyper! Hyper!
I'll have to ask you again
...do you like it hardcore!!?
Do you like it hardcore!!?
We need the hardcore!
Come on! Come on! Come on!
Hyper! Hyper!
Sit there. Be good. Bye, Bye!!"

Völker, hört diese Signale and listen to the music!

11 Juni 2007

Beck to reality

Herr Beck!

Aufhören! Wenn Sie sich in der großen Politik weiterhin so zu Wort melden wie in Mainz auf der Bütt, macht der nächste Wahlkampf gar keinen Spaß mehr. Dann wird Frau Merkel Herrn Sarkozy im Wahlergebnis noch überflügeln. Nicht, dass dies besonders schlimm wäre. Aber die künftige schwarz schwarz-gelbe Koalition braucht doch Gegner, keine rhetorischen Opfer. Hören Sie denn erst auf, wenn der letzte Juso bei den Linken ist, der letzte Tourist in Rheinland-Pfalz gewesen sein wird, uns der letzte Nerv geraubt ist und der letzte SPD'ler nicht sie, sondern Frau Nahles wählen wird? Herr Beck, Sie sind uns lieber als Frau Nahles, also reißen Sie sich doch ein wenig am Riemen (dies jetzt bitte nicht im Sinne eines der vorherigen Beiträge auf diesem Blog missverstehen).

Mit den besten Grüßen! Ich freue mich.

08 Juni 2007

Dear Mr. President

Dummschwätzen von Popkünstlern ist ja zur Zeit in Mode. Auch Pink ("Stupid Girl") beteiligt sich an der globalen Politikerschelte. Und sie versteht es richtig auszuteilen: "Let me tell you bout hard work", trällert sie in Richtung Mr. President ("Coco Jamboo"). Und von harter Arbeit versteht Pink ("U and Ur Hand") nun wirklich was. Mr. President darf das harte Popbizz nicht unterschätzen. Pink sollte sich vielleicht, um dem "i" das Tüpfelchen aufzusetzen, mit Paris Hilton zusammentun. Die könnte dem Mr. President mal so richtig etwas "bout" harte Knastbedingungen erzählen.

Katjas Riemenmann

Der kleine Verschreiber tut mir leid. Ich meine natürlich Katja Riemann.

26 Mai 2007

Palim, Palim: Eine Flasche Epo bitte!

Mal ehrlich: Ist irgendjemand überrascht? Natürlich nicht. Und wirklich interessieren tut es ja auch keinen. Mit dem Doping wird es ohnehin weitergehen. Aber die derzeitige Doping-Geständniswelle gibt den alternden Radstars zu ihrem Karriereende die Möglichkeit, ihr Gewissen zu beruhigen und mit dem lästigen Dopingthema für sich selbst abzuschließen. Und diese Möglichkeit sollten wir ihnen nun wirklich nicht nehmen.

Außerdem sollte Herr Aldag unbedingt seinen Job behalten. Der macht das wirklich wunderbar - zieht sich an dem eigenen Schopfe aus dem Morast, setzt sich an die Spitze einer neuen Anti-Dopingbewegung, plädiert für die sog. "neue Sauberkeit" im Radsport. Diesmal ist es ihm wirklich ernst. Ehrenwort. Man sollte ihm vielleicht noch Ben Johnson für die Jugendarbeit an die Seite stellen. Oder mal in China beim nationalen olympischen Komitee nachfragen, wie die das so mit dem Kampf gegen Doping handhaben.

Ach, China. Peking 2008. Das wird ein tolles Fest.

14 Mai 2007

Unheimlich: Stimmen-Mafia aus Osteuropa schlägt auch in Bremen zu

Die "Bild"-Zeitung hat es aufgedeckt: Schuld an dem "Skandal" beim Eurovision Song Contest (formally known as the Grand Prix) in Helsinki ist die Stimmen-Mafia aus Ost-Europa. Das ist wirklich eine bodenlose Unverschämtheit von der Stimmen-Mafia.

Nun mehren sich Gerüchte, dass sich die gleiche osteuropäische Stimmen-Mafia auch an der Bremer Bürgerschaftswahl vergangen hat. Diese Vermutung erscheint stichhaltig und erklärt, warum die Grünen und die Linken zu den großen Gewinnern dieser Wahl zählen.

Letztendlich aber scheint alle Aufregung umsonst. Denn solange es bei dem Eurovision Song Contest ebenso wenig um richtige Musik wie bei den Grünen und den Linken um richtige Politik geht, sollte man der Stimmen-Mafia ihren Spaß lassen.

09 Mai 2007

Gipfeltreffen der Dummschätzer vor dem G8-Gipfel

Hier nur ein kurzer Hinweis auf einen schönen Artikel von Reinhard Mohr auf SPON:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,481894,00.html

Kaffee und Kuchen

Nach einer fast einjährigen Kreativpause wird es nun bald auf diesem Blog weitergehen. Zur Wiedereröffnung ist jeder herzlich eingeladen. Nachdem ich mich für das "zahlreiche Erscheinen" bedankt haben werde, gibt es Kaffee, Kuchen und für jeden ein Piccolöchen. Kommentiert wird in Zukunft nicht nur das Geschwätz der 80er und 90er, sondern natürlich auch das Beste von heute.

07 Juni 2006

Ein paar Sekunden Schweiger nur

Ob Til Schweiger an diesem Abend bei der ARD-Show "Beckmann" tatsächlich irgend etwas Vernünftiges von sich gegeben hat (diese Ansicht offenbar hier vertreten), vermag ich nicht zu beurteilen, da ich nur ein paar Sekunden auf dem Programm verweilte. Da saß eine skurrile Runde (Hugon Egon Balder war auch mit von der Partie) schweigend und lauschte dem wütenden, tollenden, rasenden, hysterischen, anscheinend durchgeschnappten deutschen Star-Schauspieler Til Schweiger, der etwas zu Amerika zu sagen hatte. Til Schweiger fühlt sich zu diesem Thema berufen, weil er eine amerikanische Frau hat und selbst wohl ein paar Jahre in den USA gelebt hat. Er hat also Insider-Wissen, von dem anscheinend auch andere profitieren sollten. Was ich von diesen profunden Schweiger-Erfahrungen hörte, reichte mir [im Folgenden leider nicht O-Ton, sondern nur sinngemäß]:

"Die Amerikaner hamm se nicht alle. Zwischen LA und New York ist ja nichts und vor allem: dazwischen sind die Amis richtig dumm. Und wie dumm die sind! Das glaubt man gar nicht. Die denken echt, dass sie die Größten sind, mann. Ne echt, die nennen sogar ihre national Baseball-Liga "World series", das gibt es doch nicht. Die sind so dumm!"

Diese Ausführungen in Befehlston. Keiner wagte es, den Action-Star zu kritisieren. Ich nutzte Schweigers nächste rhetorische Pause um weg zu zappen. Hoffentlich wird Schweiger in den nächsten TV-Runden seinem Nachnamen gerecht.

P.S.: Zur Senkung des Schweigerschen Blutdrucks mag auf die heutige Internetausgabe der NYT verwiesen werden, in der [selbst] die Amis "unsere" Fußball-WM als "the world's most popular sporting event" bezeichnen.

Konsequentment statt Appeasement

Ob jemand aus den Reihen der "Vetomächte + Deutschland" auf die Idee kommt, ein Abkommen mit dem Iran über die Urananreicherung in München zu unterzeichnen? Das wäre wenigstens konsequent.

Sky Arena in Frankfurt

Ach, war das schön. Für alle die, die keine Karte für ein WM-Spiel bekommen haben, war die "Illumination" der Skyline von Frankfurt ein angemessenes Trostpflaster. Eine gelungene Veranstaltung schon deshalb, weil kein Willy Bogner die Show von einem Fallschirm aus eröffnete. Wenn das so weiter geht, werden wir nachher wirklich noch Weltmeister. Das Eröffnungsspiel gewinnen wir jedenfalls 5:0.